Hat Jakob Nielsen keine Ahnung von E-Commerce?

Ist Jakob Nielsen - Usability-"Guru" aus den USA - nur ein alter Knacker, der die Tatsachen über den neuen E-Commerce nicht wahrhaben will?

Aufgeschlüsselt nach Priorität beschreibt Usability-Guru Jakob Nielsen 10 Massnahmen mit dem besten Return on Investment (ROI) -  also Ergebnis pro geleistetem Einsatz:

  1. E-Mail-Newsletter
    Sehr günstig und ideal für Kundenbeziehungen über den Webseitenbesuch hinaus.
  2. Informative Produktseiten
    Schlechte oder fehlende Informationen sind für 10% der Benutzerabbrüche verantwortlich.
  3. Hochwertige Fotos
    Eine der einfachsten Möglichkeiten: Hochauflösende Bilder ersetzen das Gefühl des Anfassens und Live-Betrachtens.
  4. Produkte unterscheiden und vergleichen
    Nimmt Kunden die Angst, das falsche Produkt zu bestellen.
  5. Bessere Möglichkeiten zum Nachbestellen
    Webseite und Produktlinie auf Nachbestellungen optimieren.
  6. Einfachere Texte
    Gute Texte können die Usability einer Website verdoppeln.
  7. Ältere Zielgruppen bedienen
    Die schnellstwachsende Benutzergruppe im Internet.
  8. Geschenkgutscheine bereitstellen
    Wunschlisten und Gutscheine sind leicht zu machen und ideal zur Neukundengewinnung
  9. Suche
    Benutzer sind es gewohnt Suchformulare zu nutzen und der Anteil der Suche an der Navigation wächst weiter.
  10. Benutzertests
    Es gibt immer Punkte, die Sie oder Beteiligte nicht erkennen, oder die man nicht aus der Literatur und Studien lernen kann.
  11. Bonustaktik: ein Loyalitätsprogramm
    Zeigen Sie Ihre Wertschätzung gegenüber Ihren Bestandskunden.

Fazit von Nielsen:
Kunden bedienen und nicht den Hypes hinterherlaufen
Kümmern Sie sich darum, was die Kunden wollen und nicht darum, was Ihnen Medien erzählen.

Was denken Sie, warum tauchen bei Nielsen keine "Web 2.0"-Begriffe auf? Kein Wort von Blog, AJAX, Social Commerce, Mashup, Long Tail, Podcast, Mass Customization…

Leidet Nielsen schon mit 50 Jahren an Altersstarrsinn? Realitätsverlust?
Oder hat er Recht? Müssen Onlineshops sich zuerst auf die "guten alten Grundwerte" konzentrieren?
Oder gehört doch irgendwie alles zusammen?

Links:
Gefunden bei: 10 Prioritäten für profitables Design von e-commerce-blog.de
10 High-Profit Redesign Priorities - Der Originalartikel auf Englisch
10 Prioritäten für ein höchst profitables Redesign - Deutsche Übersetzung von usability.ch

Kommentare (3) zu “Hat Jakob Nielsen keine Ahnung von E-Commerce?”

  1. Axel schrieb:

    Diese Auflistung ist wirklich grundlegend und ohne die angesprochenen Funktionen funktioniert kein Web-Shop. Was nützt das tollste Blog, wenn es keine guten Fotos und schöne Texte gibt?

    Bei (wie immer) begrenzten Ressourcen sollte man sich eh auf Grundlegende Dinge konzentrieren, bevor ganze Mann-Monate in AJAX-Tools verheizt werden, die auch mit klassischem Web machbar wären.

  2. Fiona schrieb:

    Natürlich hat Nielsen recht. Was nützen die tollsten Web 2.0-Tools, wenn die Inhalte nichts taugen, die Darstellung miserabel ist und auf die Wünsche der Kunden nicht eingegangen wird. Letzteres ist in meinen Augen der entscheidende Faktor. Suche deine Zielgruppe und befriedige ihre Wünsche sie, so gut wie irgend möglich.

  3. Peter schrieb:

    Der gute Mann hat natürlich recht und die Reihenfolge kann ich auch absolut nachvollziehen.

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