Jetzt brauche ich schnell Umsatz
Manchmal braucht man einfach schnell Umsatz. Am besten sofort. Irgendwie muss Geld reinkommen - und zwar nicht erst im nächsten Jahr sondern jetzt - diese Woche, bis Monatsende oder wenigstens soll es in spätestens zwei, drei Monaten so richtig brummen.
Hier sind ein paar Tipps, die Ihnen helfen, Ihren Umsatz kurzfristig zu pushen.
-
Kontaktfrequenz zu Kunden erhöhen
Wenn Sie einen Newsletter einmal im Monat versenden, dann stellen Sie jetzt um auf 2-wöchentlichen oder wöchentlichen Versand. Praxisfälle zeigen immer wieder, dass sogar der identische Versand des gleichen Email-Newsletters nach 2 Wochen noch mal zusätzliche Aufträge bringt. Machen Sie das aber nur im Notfall, wenn Sie gar keine Zeit haben, ansonsten besser neue Inhalte und Angebote in jeder Email.
Wenn Sie Ihre Homepage einmal in der Woche mit Angeboten erneuern, machen Sie das nun mehrmals in der Woche oder täglich… -
Verwenden Sie Paketbeileger
In jedes Paket gehört spätestens ab jetzt ein Beileger mit aktuellen Angeboten. Das kann ein ganz einfacher Zettel sein, schwarz/weiß auf A4 Kopierpapier. Kostet wenige Cent pro Kunde und ist sofort machbar.
Machen Sie sich Gedanken, wie Sie den Beileger verstärken können, z.B. durch ein Versandkosten-Frei-Angebot oder einen Gutschein: "Wenn Sie in dieser Woche einen Artikel aus diesem Angebot bestellen …" -
Up- und Cross-Selling verstärken
Gemeinhin bekannt als "Andere Kunden kauften auch…" oder "Passend dazu.."
Nutzen Sie jede Gelegenheit um im Shop höherwertige Produkte und Zusatzprodukte anzubieten. Und nicht nur Online: auch Ihre Leute am Telefon sollten jeden Anrufer auf Zusatzprodukte ansprechen. -
Follow-Up per Telefon und Email
Die besten Kunden sind die, die gerade gekauft haben. Fragen Sie nach einer angemessenen Zeit nach, wie die Bestellung gelaufen ist und ob alles OK war. Topkunden rufen Sie an, wenn Sie Telefonnummer und Einverständnis haben. Wenn Sie noch unaufdringlich ein unwiderstehliches Zusatzangebot machen können - um so besser. -
Preise runter
Kann unterschiedlich gut funktionieren, je nachdem in welchem Markt Sie sind. Auf jeden Fall Vorsicht mit pauschalen Rabatten oder Abschlägen, damit am Ende noch etwas übrig bleibt.
Niedrige Preise sind die teuerste Maßnahme von allen: mit einer Preissenkung von nur 10% verzichten Sie oftmals schon auf 50% des Gewinnes. Ausserdem sind Preise von Wettbewerbern ganz leicht und schnell zu kopieren. -
Homepage neu gestalten
Steht auf Ihrer Homepage noch irgendwelches Blabla? "Willkommen, wir bieten Ihnen…"?
Dann ist jetzt der beste Zeitpunkt, aus Ihrer Eingangsseite endlich einen Verkaufsknaller zu machen.Hier die Punkte, die Kunden wirklich interessieren:
- Schnäppchen, Preissenkungen, Angebote
- Die neuesten Produkte
- Die Bestseller
- Produkte mit den besten Bewertungen, Testsieger usw.Das ganze eingepackt in einen Vertrauen erweckenden Rahmen, der Sicherheit und Kompetenz ausdrückt und schon haben Sie 90% des Potenzials Ihrer Homepage ausgeschöpft.
Und natürlich das Ganze immer schön aktuell halten. -
Ladenhüter rausschmeißen
Jetzt ist die beste Gelegenheit, endlich Ihre Ladehüter rauszuschmeißen. Zu 99,9% wird der Markt nicht plötzlich aufblühen für den Kram, der seit Monaten in der hinteren Lagerecke herumliegt.
Machen Sie einen Schnitt und trennen Sie sich mit saftigen Abschlägen von dem Zeug - so dass die Abschrift schon fast wehtut.
Sehen Sie es wie ein Aktienhändler: man kann nicht immer alles mit viel Gewinn verkaufen, aber man kann immer dafür sorgen, dass die Verluste gering und überschaubar bleiben.
Und lieber noch ein wenig Geld dafür bekommen, als später Entsorgungskosten bezahlen zu müssen. Natürlich werden diese Aktionen entsprechend angepriesen: Homepage, Newsletter, Paketbeileger, Sonderangebote… -
Versandkosten-Experimente
Ein oft beobachtetes Phänomen ist, dass bei niedrigen Produkt-Preisen von Kunden auch höhere Versandkosten akzeptiert werden. Viele eBay-Händler leben von diesem Prinzip. Ob das auch in Ihrem Shop funktioniert, müssen Sie natürlich vorsichtig ausprobieren.
Aber auch der andere Weg funktioniert: Preise nicht antasten und dafür "versandkostenfrei ab x EUR" anbieten. Setzen Sie den Mindestpreis auf einen realistischen Wert: wenn Ihr Durchschnittsbestellwert 50 EUR ist., wäre eine Versandkostengrenze von 200 EUR ein Hohn. -
Zahlarten-Experimente
Wenn Sie vor allem Liquidität brauchen, belohnen Sie bevorzugte Zahlarten mit Rabatten oder Sonderkonditionen - etwa könnten Vorkasse-Besteller 3% "Skonto" erhalten. Und wenn Sie einen Kreditkartenakzeptanz-Vertrag mit schneller Auszahlung haben (etwa wöchentlich) geben Sie auch den Kreditkartenkunden einen Bonus.
Machen Sie es aber bitte nicht zu kompliziert: eine "exotische" Zahlart mit Bonus anzubieten, die kaum jemand kennt oder die umständlich für den Kunden ist, verbessert Ihren Umsatz nicht. -
Gutscheine, Gutscheine, Gutscheine
Immer wieder erstaunlich, wie gut Gutscheine funktionieren: selbst kleine Beträge fördern die Bestell-Lust. Wenn Ihnen also sonst gar nichts einfällt, versenden Sie einfach Gutscheine, z.B. per Email an Stammkunden oder die Newsletter-Liste.
Aber bitte: knüpfen Sie nicht zu viele Bedingungen an die Einlösung und vermeiden Sie möglichst Sternchen*, sonst erreichen Sie beim Kunden nichts außer dem schalen Gefühl, wieder mal für dumm verkauft zu werden. -
Print-Mailing per Post
Nur die wenigsten Onlineshops nutzen Print-Mailings für Ihre Werbung - dabei können selbst gute gedruckte Sachen sehr günstig sein und auch in den Ergebnissen durchaus mit Online-Werbemaßnahmen mithalten.
Wenn Sie noch nie Print-Mailings versendet haben, ist der Erstaufwand sicher etwas höher und die Zeitspanne bis zum Erfolg etwas länger. Als kurzfristige Maßnahme daher nur bedingt geeignet, weil bis zum Druck und Versand Wochen vergehen können, selbst wenn Sie schon ein Layout haben und sich den Vorschuss für Druck und Versand leisten können.
Aber: vernachlässigen Sie Post-Mailings nicht, viele Kunden schätzen es noch immer sehr, etwas Gedrucktes in den Händen zu halten und schenken Ihnen dann mehr Vertrauen.
Einen 8-seitigen vollfarbigen A4-Self-Mailer bekommen Sie übrigens für weit unter 50 Cent pro Empfänger (Druck und Porto inklusive) - entsprechendes Adressvolumen vorausgesetzt. -
Melden Sie Ihren Shop bei noch mehr Preissuchmaschinen an
Vielleicht sind Sie schon bei der einen oder anderen Preissuchmaschine gelistet, aber noch nicht bei allen. Melden Sie sich bevorzugt bei denen an, die ohne Grundgebühren arbeiten und die niedrige Klickpreise bieten. Nischen-Portale bringen oft bessere Conversion als Allround-Datenbanken. Bezahlen Sie nur leistungsbezogen und nicht pauschal - außer, die Pauschale ist so gering, dass Ihr Verdienst garantiert darüber liegt. -
Mehr eBay-Auktionen
Gerade für Ladenhüter bietet sich der Weg über eBay an. Hier ist der Preis nicht so wichtig und Sie bekommen dennoch den einen oder anderen Neukundenkontakt. Bearbeiten Sie Ihre "Mich"-Seite so, dass auch Ihr Shop ausserhalb von eBay attraktiv dargestellt wird (eBay-Bedingungen beachten) und versuchen Sie, im Rahmen der Auktionsabwicklung möglichst noch Artikel aus Ihrem Shop dazu zu verkaufen. Paketbeileger, Gutscheine oder Versandkostenfrei-Gutscheine für die nächste Bestellung im Shop sind natürlich auch hier angeraten. -
Mehr Garantien geben, versprechen und einhalten
Versprechen und garantieren Sie mehr: "Heute bestellt, morgen da", "30 Tage Rückgaberecht ohne Wenn und Aber", "3 Jahre Garantie auf alle Produkte", "Garantiert persönlich erreichbar von 8 - 20:00 Uhr", "Kostenlose 0800 Hotline", "Jede Email innerhalb 2 Stunden beantwortet".
Service ist in jedem Fall auch für Sie als Händler günstiger und hinterlässt einen nachhaltigeren Eindruck, als einfach nur die Preise um 5% zu senken. -
Ratenzahlung, Später Zahlen
Oft sind Angebote, die dem Kunden erlauben, die erhaltene Ware z.B. erst nach 60 Tagen zu zahlen, echte Umsatzbooster. Dies erfordert jedoch die Zusammenarbeit mit speziellen Dienstleistern (Scoring, Bank, Factoring) und ist vielfach nur für höherwertige Güter und größere Händler interessant. -
Gewinnspiel
Ein Gewinnspiel steigert zunächst einmal nur die Besucherzahl auf der Webseite. Ein Gewinspoiel ist aber schnell zu realisieren und gut geplant kann es auch für den Umsatz ein Erfolg werden. Wenn Sie vor allem Produkte aus Ihrem Produktbereich verlosen, halten Sie schon mal den Teilnehmerkreis etwas begrenzter. Holen Sie sich das Einverständnis zur Übernahme in den Email-Verteiler und versuchen Sie, möglichst vollständige Daten zu bekommen. Warten Sie nicht all zu lange mit dem Kontaktieren und machen Sie Ihr erstes Angebot attraktiv. -
Rücksendungen / Reparaturen für Umsatz nutzen
Kleiner Bonustipp: sehr einfach zu machen, kostenlos und trotzdem effektiv.
Viele Unternehmen verwenden Rücksendescheine, die der Kunde im Falle einer Rücksendung wegen Widerruf oder Defekt ausfüllen soll.
Versehen Sie Ihren Rücksendeschein mit einem zusätzlichen Bestellfeld, in dem der Kunde eine Ersatz- oder Zusatzbestellung eintragen kann.
So kann ein Widerruf oftmals noch für einen Neukauf genutzt werden oder ein Defekt für eine Zusatzbestellung. Sie versenden das getauschte Produkt ohnehin wieder zum Kunden, was spricht dagegen, einen neuen Artikel versandkostenfrei mitzuliefern?
Messen Sie trotz aller Hektik und Dringlichkeit auf jeden Fall, welche Massnahmen sich davon für Sie wirklich lohnen, d.h. ausreichend Deckungsbeitrag (Gewinn!) erwirtschaften. Und dann behalten Sie die auch langfristig bei.




Peer Wandiger schrieb:
Schöne Liste, die nochmal das zusammenfasst, was viele wissen, aber die wenigsten richtig ausschöpfen.
Denn viele der oben genannten Maßnahmen starten erst durch die Kombination miteinander richtig durch.
Zu Punkt 6 auf jeden Fall noch den Tipp, Testimonials (also Kundenstimmen) einzusetzen. Zwischen den ganzen positiven Stimmen, auf jeden Fall auch ein paar kritische oder zumindest neutrale Aussagen platzieren. Das macht es authentischer und damit wirksamer.
Geschrieben am 7. März 2007 um 20:59Uhr | Permalink
Olli schrieb:
Hallo,
ich muss sagen sehr schön zusammengestellt.
Danke für die Tipps.
Grüße
Olli
Geschrieben am 6. August 2009 um 10:33Uhr | Permalink