Kostenloses Webserver-Monitoring: Wie oft ist Ihr Shop nicht online?

Wenn Ihnen Ihr Webspace-Provider eine Uptime-Garantie von 99,5% gibt, heisst das, dass Ihr Webserver zu 99,5% der Zeit garantiert erreichbar ist. Was “ganz gut” klingt, ist in der Praxis der Freibrief dafür, dass Sie bis zu 43,8 Stunden pro Jahr keinen Umsatz machen, weil Ihr Server nicht erreichbar ist.

Mal davon abgesehen, dass diese Ausfallzeit etwas mehr als der Wochenarbeitszeit eines Angestellten entspricht (geben Sie Ihren Leuten auch 44 Stunden Kulanz, falls mal was “dazwischenkommt”, nicht bei der Arbeit zu erscheinen?) - wieviel Umsatz verlieren Sie in diesen fast 2 Tagen? Und wie weisen Sie dem Provider überhaupt nach, dass die Uptime-Garantie nicht eingehalten wurde?

Die Lösung dazu heisst Serverüberwachung, “Webserver Monitoring” oder auch “Website Monitoring”. Monitoringdienste prüfen von externen Servern in festgelegten Intervallen, ob Ihr Server erreichbar ist. Bei Nichterreichbarkeit senden sie eine Nachricht, um den Webmaster in Kenntnis zu setzen, damit das Problem abgestellt wird.

Bis vor einiger Zeit gab es vernünftige Monitoring-Dienste nur in den USA, mittlerweile haben sich aber auch im deutschsprachigen Raum einige professionelle und gleichzeitig bezahlbare Services etabliert. Die Angebote reichen dabei von der Überwachung einzelner Protokolle und Ports (HTTP; HTTPS, mySQL, SMTP, POP3, IMAP) bis hin zur Inhaltskontrolle und zur Transaktionsüberwachung.

Während bei der Überwachung von Web-Protokollen nur darauf geachtet wird, ob der jeweilige Service online und erreichbar ist, geht die Inhaltskontrolle so weit, Webseiten daraufhin zu überprüfen, ob festgelegte Inhalte angezeigt werden.

Bei der Transaktionsüberwachung werden sogar vorher festgelegte Transaktionen, wie z.B. Bestellvorgänge, ausgeführt und die Ergebnisse überwacht. So erhält der Webmaster nicht nur die Gewissheit, dass der Server online ist, sondern auch richtig funktioniert. Eine defekte Datenbank liefert z.B. noch immer Webseiten aus, aber der Inhalt entspricht dann nur einer Fehlermeldung wie “mySQL connection error” - hier erweist sich die Inhaltsüberwachung oder Transaktionsmonitoring als sehr wertvoll.

Mit mon.itor.us ist Anfang des Jahres ein kostenloser Service gestartet, der komplette Protokollüberwachung kostenlos anbietet. Inhalts- und Transaktionscheck sind zwar nicht zu haben, aber als erste Überwachungsmassnahme ist der Service hervorragend geeignet.

Mon.itor.us betreibt 3 Monitoring-Server, jeweils in den USA, Deutschland und Österreich. Dadurch werden Fehlalarme weitgehend ausgeschlossen und Sie bekommen Informationen über die Erreichbarkeit aus verschiedenen Regionen der Welt.

Die Berichte und Ansichten können dabei sehr weit selbst angepasst werden: von der grafischen Darstellung der Antwortzeiten bishin zur Tabellendarstellung und monatlichen Uptime-Statistik ist alles möglich.

Beispiel Erreichbarkeitsgrafik:

monitor http

Mit der Uptime-Aufstellung haben Sie exakte Angaben darüber, zu wieviel Prozent Ihr Server mit welchen Antwortzeiten erreichbar war, hier ein kleines Beispiel einer monatlichen Aufstellung:

monitor uptime

Mon.itor.us bietet für einen kostenlosen Service eine erstaunliche Fülle an Auswertungstools und Daten-Ansichten. Bemerkenswert ist auch die freie Konfigurierbarkeit der eigenen Ansicht: dabei nutzt Mon.itorus ein ähnliches Modell wie “Personal Homepage” Dienste wie netvibes oder Pageflakes. Alle Informationen und Berichte können frei auf der Seite angeordnet werden. Für weitere Ansichten und detailliertere Berichte sind sogar mehrere frei konfigurierbare Unterseiten einzurichten und über Tabs erreichbar.

Mon.itor.us sendet Status-Nachrichten per Email oder per Instant Messenger (z.B. ICQ), auch RSS-Feeds der eigenen Daten können abonniert werden. Professionelle Bezahl-Services haben hier zwar auch immer SMS im Angebot, aber man kann ja mittlerweile auch auf Mobiltelefonen Emails erhalten oder sich entsprechende Nachrichten als SMS weiterleiten lassen.

Mon.itor.us bietet zwar - wie schon gesagt - keine Überwachung von Transaktionen oder Inhalten, ausserdem sind die Überwachungsintervalle nicht einstellbar. Darum ist es für Onlineshops kein vollwertiger Ersatz einer professionellen Monitoring-Lösung. Als Einstieg in die Webserver-Überwachung ist es aber hervorragend geeignet und ist von der angebotenen Leistung, der Konfigurierbarkeit und der Detailtiefe selbst für viele Bezahl-Dienste beispielhaft.

Hier nochmal der Link: mon.itor.us

Kommentare (3) zu “Kostenloses Webserver-Monitoring: Wie oft ist Ihr Shop nicht online?”

  1. Online-Shop-Berater bloggt über Mon.itor.us | Webserver-Monitoring.de schrieb:

    [...] Der Onlineshopberater-Blog berichtet über Mon.itor.us . Ein interessanter Beitrag, der die Vorteile von dem kostenlosen Service aufzeigt. [...]

  2. Peter Mattes schrieb:

    Ein guter Bericht. Wobei der Vergleich mit dem Mitarbeiter nicht ganz richtig ist. Wenn man einen Mitarbeiter 0,5% Kulanz einräumt, sind dies nicht 44 Stunden. Sondern bei durchschnittlich 200 Arbeitstagen zu durchschnittlich 8 Stunden genau 8 Stunden.

  3. Streubel schrieb:

    Es gibt da aber auch noch andere gute Anbieter mit Sitz in Deutschland. Zum Beispiel Bloonix (http://www.bloonix.net) oder ServerGuard24 (www.serverguard24.de).

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